Wednesday, March 04, 2009

 

Bundesrat Merz' Auszeit: Die Wahrheit

„Also UBS würde ich verkaufen und das Geld in Staats...“ Plötzlich wurde es still im Wagen. „Hansruedi! Wasischlos! Staats... was?“, rief die Begleiterin. Sie wollte wissen, wo ihr Geld weiterarbeiten soll. „Hansruedi säg doch öppis!“ Sie traute sich nicht, den künftigen Bundespräsidenten wachzurütteln. Doch irgendetwas schien mit ihm nicht in Ordnung. So früh am Abend war er noch nie einfach so weggenickt. Höchstens wenn sie ihm an einem der vielen Anlässe ein Glas Wein aufgeschwatzt hatten. Er konnte einfach nicht Nein sagen. Der Fahrer hatte unterdessen stark beschleunigt, schon trafen sie im Spital ein. Dort wartete ein ganzes Heer von Ärzten und Krankenschwestern. Im Nu war Merz von den wallenden weissen Kitteln verschluckt. Kurz darauf startete ein Helikopter vom Dach des Spitals in Richtung Westen. Solcherlei Spektakel war eine grosse Ausnahme für das kleine Spital.

Merz erwachte in einem dunklen Raum. Sein Kopf brummte, sein Mund war trocken. So hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Ein Kater, ein veritabler Kater, war das. Vorsichtig glitt er mit den Händen den Wänden entlang. Alles gepolstert. Eine Gummizelle. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen: Jemand stellte ein Tablett mit einem Teller rote Grütze, einem Becher Wasser und einer kleinen Taschenlampe hinein und knallte die Tür sofort wieder zu. So ging das eine unendlich lange Zeit. Da Merz die Tür im Polster nicht ertasten konnte, gab es kaum Chancen, seinen Ernährer zu überwältigen. Zu wenig Fingerspitzengefühl, das wurmte ihn am meisten, mit wenig mehr Fingerspitzengefühl hätte er bei der Türe lauern können.

Die Tür ging auf, diesmal blendete nicht nur das Neonlicht aus dem Gang dahinter. Vier Männer schritten mit Stablampen bewaffnet auf Merz zu und packten ihn, jeder an einem Glied. Sie zerrten und schleiften und schleppten ihn durch einen langen Gang in einen hell erleuchteten Raum und banden ihn an einem Stuhl fest. Merz kniff die Augen zusammen so gut es ging. Es blendete immer noch höllisch, der Kopf begann zu hämmern, er begann zu schreien, ein Knebel machte daraus dumpfe Laute. Dann hörte er auf einmal diese Stimme. Eine vertraute Stimme. Er konnte nicht verstehen, was sie sagte, er hörte sie nur leise. Aber sie klang sehr vertraut. Eine zweite Stimme, ebenfalls ganz bekannt, stimmte mit der ersten mit ein. Merz verstand jetzt langsam, was sie sagten. Zwar nicht den Sinn der Sätze, aber die Laute, die einzelnen Wörter. Das erinnerte ihn an frühere Treffen mit den beiden. Sie verlangten, dass er etwas unterschreibt. Merz unterschrieb, es war wie ein Déja-vu. Nun kamen ihm die Namen wieder in den Sinn: „Eugen! Marcel!“ wollte er rufen. Doch die beiden hatten den Raum verlassen.

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Will Smith
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